Auf der unBoxed-Konferenz hat Amazon zwei neue Werbeformate vorgestellt, die Seller und Vendoren bei Markenaufbau und Bewertungsgewinnung unterstützen sollen.
Branded Conversations ermöglicht es Brands, Alexa for Shopping mit eigenem Produktwissen zu befüttern. Wenn ein Shopper über eine Sponsored-Brands-Anzeige eine Konversation startet, kann Alexa gezielt beraten, welches Produkt zu welchem Kundenprofil passt und welche Ergänzungsprodukte sinnvoll sind. Der Launch ist für Januar 2027 in den USA geplant.
Review Requests ist ein neues Anzeigenformat, das verifizierte Käufer direkt auf Amazon-Seiten wie der Homepage zur Bewertung auffordert. Im Test erzielte Amazon damit bis zu dreimal mehr Bewertungen pro Woche. Das Format richtet sich an Produkte mit unter 1.000 Bewertungen und startet Ende Oktober 2026 als Open Beta in den USA.
Was müssen Seller und Vendoren beachten?
Branded Conversations erfordert strukturiertes Produktwissen: Seller müssen Alexa aktiv mit Informationen versorgen, etwa welches Produkt für welchen Hauttyp geeignet ist oder welche Artikel sich sinnvoll kombinieren lassen. Listings, die diese Differenzierung nicht klar abbilden, liefern Alexa keine verwertbare Grundlage. Wer das Format ab Januar 2027 nutzen will, sollte jetzt Produktpositionierung und Zielgruppenbeschreibungen in den Listings schärfen.
Review Requests als Anzeigenformat mit klaren Einschränkungen: Das neue Format spielt Anzeigen gezielt an verifizierte Käufer aus und fordert sie mit einem Tap zur Bewertung auf, optional mit Text, Foto oder Video. Erreicht ein Produkt 1.000 Bewertungen, pausiert die Kampagne automatisch. Für neue ASINs mit wenig Social Proof kann das den Vertrauensaufbau deutlich beschleunigen und damit Streuverluste im Ads-Budget reduzieren.
Kein Ersatz für den bestehenden Review-Request-Prozess: Der klassische Request-a-Review-Button im Seller Central bleibt weiterhin verfügbar, erreicht Käufer aber nur per E-Mail und mit deutlich geringerer Sichtbarkeit. Review Requests als Anzeigenformat setzt dagegen auf prominente Platzierungen wie die Amazon-Homepage. Seller sollten beide Kanäle kombinieren, sobald das Format in Europa verfügbar ist.