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Contribution Margin vs. Net PPM

Definition: Net PPM (Net Pure Product Margin) und Contribution Margin (auch: Product Contribution, PC) sind zwei Rentabilitätskennzahlen, die Amazon im Vendor-Bereich (1P) nutzt. Net PPM zeigt, wie viel Amazon an einem Produkt verdient – nach Einkaufspreis, Händlerkonditionen und Rabatten. Die Contribution Margin geht einen Schritt weiter: Sie zieht zusätzlich alle internen Kosten ab, die Amazon hat, um das Produkt zu verkaufen – also Versand, Lagerung, Retouren und Kundenservice.

🔍Deep Dive

Die Net PPM ist die Zahl, die in Vendor Central sichtbar ist und die Grundlage für Jahresgespräche bildet. Sie berechnet sich vereinfacht so: Amazons Einnahmen durch den Produktverkauf, minus den Einkaufspreis (Shipped COGS), plus vereinbarte Händlerboni (Vendor Funding), minus gewährte Rabatte. Kurz gesagt: Was bleibt nach dem reinen Handelsgeschäft übrig?

Die Contribution Margin rechnet noch weiter. Zu den oben genannten Punkten kommen Amazons eigene Betriebskosten dazu – also was es Amazon kostet, das Produkt zu lagern, zu verpacken, zu versenden, Retouren abzuwickeln und den Kundenservice zu leisten (Cost-to-Serve). Amazon veröffentlicht keine offizielle Formel dafür, weil ein Teil dieser Kosten intern ist und nicht in Vendor Central einsehbar.

Genau das ist der Knackpunkt: Ein Produkt kann eine ordentliche Net PPM haben und trotzdem für Amazon unterm Strich ein Verlustgeschäft sein. Das passiert häufig bei schweren oder sperrigen Artikeln, bei Produkten mit hoher Retourenquote oder bei schlechter Verpackungseffizienz. In solchen Fällen wechselt der Vendor Manager in Gesprächen plötzlich von Net PPM auf Contribution Margin – und das ist kein Zufall.

Für Vendoren bedeutet das: Die Net PPM ist die verhandelte Größe. Die Contribution Margin ist die interne Bewertung, auf deren Basis Amazon entscheidet, ob ein Produkt weiter gelistet bleibt oder als CRaP-Listing (Can’t Realize a Profit) eingestuft wird.

💡VALUEZON Tipp

Wenn dein Vendor Manager anfängt, über Contribution Margin oder PC zu reden, ist das kein Smalltalk. Das ist ein Signal, dass Amazon das Produkt intern als unprofitabel einstuft – auch wenn eure verhandelte Net PPM stimmt. Schau dir in diesem Fall zuerst die physischen Produkteigenschaften an: Gewicht, Abmessungen, Verpackung und Retourenquote. Diese Faktoren treiben den Cost-to-Serve und lassen sich oft schneller verbessern als die Einkaufskonditionen. Warte nicht auf eine offizielle Ankündigung – bring die Analyse proaktiv in das nächste JBP (Joint Business Plan).