Startseite / Blog / Amazon COSMO

Amazon COSMO erklärt: So versteht der Wissensgraph deine Produkte

Amazon

Content

Icon Kalender
5
(1)
amazon-cosmo-suche-zu-rufus-empfehlung (1)

Amazon behandelt Produkte nicht mehr als Textdokumente mit Keywords, sondern als Knoten in einem semantischen Wissensnetzwerk. COSMO, das dahinterstehende System, verändert die Spielregeln für Listing-Optimierung spürbar. In diesem Artikel erfährst du, wie der Wissensgraph aufgebaut ist, welche 15 Relationen er kennt und was das konkret für dein Listing bedeutet.

Vom Keyword-Index zum Wissensgraph: Was COSMO anders macht

Icon Pfeil nach rechts

Wer Relationen im COSMO-Wissensgraph abdeckt, wird bei Ranking und KI-Empfehlungen bevorzugt. Keyword-Optimierung allein reicht dafür nicht mehr aus.

  • COSMO ersetzt textbasiertes Keyword-Matching durch semantische Relationen
  • Jedes Produkt wird als Knoten mit typisierten Verbindungen zu Zielgruppen, Anlässen und Kontexten modelliert
  • Bekannte Parallele: Google Knowledge Graph, nur eben für E-Commerce
  • Wer Relationen im Wissensgraph abdeckt, wird bei Ranking und KI-Empfehlungen (Rufus, seit Mai 2026 unter dem Namen „Alexa for Shopping“) bevorzugt

Amazons Produktsuche arbeitete bisher vereinfacht gesagt wie ein Index: Keyword rein, Produkt mit Keyword raus. COSMO löst diesen Ansatz ab und setzt auf einen Wissensgraphen. Darin ist jedes Produkt über typisierte Relationen mit Zielgruppen, Anwendungsszenarien und Kaufkontexten verknüpft.

Amazon verbindet also nicht mehr Suchanfragen mit Angebotstexten, sondern die hinter den Anfragen mutmaßlich liegenden Kaufabsichten mit dem ganzheitlichen Produktwissen, das Amazon über die Produktangebote auf seiner Plattform gesammelt hat.

Für dein Listing heißt das ganz praktisch: Keyword-Optimierung allein reicht nicht mehr. COSMO bewertet, ob dein Produkt im Wissensgraphen die passenden Verbindungen hat. Zu welchen Zielgruppen, für welche Anlässe, in welchem Nutzungskontext. Fehlen diese Verbindungen, fehlt die Sichtbarkeit!

Hinweis: Die technischen Details zu COSMO basieren auf dem Amazon Science Paper „COSMO: A large-scale e-commerce common sense knowledge generation and serving system“ (SIGMOD 2024). Die dort definierten 15 Relationen (Table 2 des Papers) bilden die Grundlage dieses Artikels.

Update Mai 2026: Amazon hat den KI-Shopping-Assistenten Rufus offiziell unter dem Namen „Alexa for Shopping“ zusammengefasst (Quelle: aboutamazon.com, 13. Mai 2026). Die zugrunde liegende Technologie bleibt dieselbe, der Markenname auf der Oberfläche ändert sich. In diesem Artikel sprechen wir weiter von Rufus, weil sich alle Mechanismen darauf beziehen. Wo Rufus erwähnt wird, gilt das jetzt auch für Alexa for Shopping.

amazon-cosmo-wissensgraph-netzwerk-visualisierung
Abb. 1: Amazons COSMO-System vernetzt über 6,3 Millionen Knoten zu einem semantischen Wissensgraphen für die Produktsuche. Quelle: Valuezon / Eigene Darstellung
Abbildung des Valuezon Newsletters

Abonniere unseren Newsletter und erhalte alle zwei Wochen frische Updates.

Die Architektur von Amazon COSMO: 6,3 Millionen Knoten im Einsatz

6,3 Millionen Knoten, 29 Millionen Verbindungen, 18 Produktkategorien. Das sind die Eckdaten des Amazon-Wissensgraphen. Und er wächst weiter: COSMO lernt kontinuierlich aus Kundenverhalten und Rezensionen. Im Testbetrieb mit 10 % des US-Traffics erzielte das System eine relative Umsatzsteigerung von 0,7 %, was bei Amazons Volumen mehreren hundert Millionen Dollar jährlich entspricht.

amazon-cosmo-architektur-datenquellen-lernprozess
Abb. 2: So lernt COSMO: Vier Datenquellen speisen den Wissensgraphen, der kontinuierlich durch LLMs erweitert wird. Quelle: Valuezon / Eigene Darstellung nach Amazon Science (SIGMOD 2024)

Wie COSMO aus Kundendaten lernt

COSMO nutzt Large Language Models, um strukturiertes Produktwissen aus vier Datenquellen zu gewinnen:

  • Query-Purchase-Paare: Welche Suchanfragen führen zu welchen Käufen?
  • Co-Purchase-Paare: Welche Produkte werden in derselben Session zusammen gekauft?
  • Rezensionsinhalte: Welche Anwendungsszenarien, Zielgruppen und Kontexte beschreiben Kunden?
  • Produktbeschreibungen: Welche Eigenschaften und Funktionen kommuniziert das Listing?

Aus diesen Daten generiert COSMO typisierte Relationen. Ein Beispiel: Wenn zahlreiche Kunden nach „Blutdruckmessgerät für Senioren“ suchen und anschließend ein Gerät mit großem Display und Einknopfbedienung kaufen, lernt das System mehrere Relationen: used_for_aud: Senioren, capable_of: einfache Bedienung und used_in_loc: Zuhause. Diese Relationen werden Teil des Wissensgraphen und beeinflussen künftige Suchergebnisse.

Die Qualität dieser automatischen Wissenserkennung lässt sich beziffern: In der SIGMOD-Studie erzielte COSMO-LM einen 60 % höheren Macro-F1-Score als die beste bisherige Baseline. Der Macro-F1-Score ist ein Standardmaß aus der Informationswissenschaft. Er misst, wie zuverlässig ein Modell Zusammenhänge erkennt und wie wenige Fehler es dabei macht. Ein Plus von 60 % bedeutet: COSMO-LM erkennt deutlich zuverlässiger, welche Zusammenhänge zwischen Produkten und Kaufsituationen typisch und belastbar sind und filtert zufällige Korrelationen heraus.

Amazon setzt dafür auf einen „Human-in-the-loop“-Prozess: Menschliche Prüfer bewerten automatisch generierte Relationen nach Plausibilität und Repräsentativität. Von den generierten Hypothesen übersteht nur rund ein Drittel diese Prüfung (SIGMOD 2024). Für den Wissensgraphen bedeutet das höhere Datenqualität bei den Relationen, die über die Ausspielung deines Produkts entscheiden.

Alle 15 COSMO-Relationen im Detail am Beispiel eines Blutdruckmessgeräts

  • COSMO bewertet Produkte anhand von 15 definierten Relationstypen
  • Jede Relation beschreibt einen anderen Aspekt des Produktwissens
  • Fehlende Relationen bedeuten Lücken im Wissensgraphen und weniger Ausspielungen

Um die 15 Relationen greifbar zu machen, begleiten wir diese an einem durchgängigen Beispiel: einem Oberarm-Blutdruckmessgerät. So wird bei jeder Relation sichtbar, was COSMO konkret im Wissensgraphen erwartet und was in deinem Listing stehen sollte.

amazon-cosmo-15-relationen-uebersicht-seller
Abb. 3: Die 15 COSMO-Relationen bestimmen, wie Amazon dein Produkt im Wissensgraphen einordnet und bei Suchanfragen berücksichtigt. Quelle: Valuezon / Eigene Darstellung nach Amazon Science (SIGMOD 2024)

Funktion und Produkt: Was es kann und ist

Diese sechs Relationen definieren den Kernzweck, die Fähigkeiten und die Einordnung deines Produkts:

  • used_for_func: die Kernfunktion, wofür das Produkt primär eingesetzt wird. Beim Blutdruckmessgerät: Blutdruck und Puls messen. Diese Relation klingt trivial, wird aber oft nicht explizit genug kommuniziert: etwa wenn ein Listing nur „Gesundheitsmonitor“ schreibt, statt „misst systolischen und diastolischen Blutdruck sowie Puls“.
  • capable_of: spezifische Fähigkeiten und Features, die das Produkt auszeichnen. Beim Blutdruckmessgerät: Arrhythmie-Erkennung, Durchschnittswertberechnung aus drei Messungen, Speicherung für zwei Personen. Genau diese konkreten Fähigkeiten entscheiden, ob COSMO dein Produkt bei spezifischen Anfragen wie „Blutdruckmessgerät mit Herzrhythmus-Erkennung“ matchen kann.
  • used_to: das Problem, das das Produkt löst. Beim Blutdruckmessgerät: Bluthochdruck überwachen, Messwerte für den Arztbesuch dokumentieren. Gerade bei intentionsbasierten Suchanfragen wie „Blutdruck zuhause kontrollieren“ ist diese Relation der Schlüssel.
  • is_a: die Kategoriezuordnung. Wie ordnet COSMO dein Produkt taxonomisch ein? Beim Blutdruckmessgerät: Medizingerät, Gesundheitselektronik, Oberarm-Blutdruckmessgerät. Je präziser die Einordnung, desto gezielter die Ausspielung.
  • used_as: die Rolle des Produkts. Wird es als Ersatzteil, Geschenk oder Upgrade eingesetzt? Beim Blutdruckmessgerät: Ergänzung zum Arztbesuch, Einstieg ins Selbstmonitoring, Geschenk für die Eltern. Wenn Rezensionen häufig „als Geschenk für meine Mutter gekauft“ erwähnen, lernt COSMO diese Rolle.
  • used_with: Komplementärprodukte, die typischerweise zusammen verwendet werden. Beim Blutdruckmessgerät: XL-Manschetten für größere Oberarme, Netzteile, Aufbewahrungsetuis, Blutdruck-Tagebücher. COSMO lernt diese Zusammenhänge aus Co-Purchase-Daten. Wenn Kunden regelmäßig Ersatzmanschetten zum Messgerät kaufen, stärkt das die Relation.

Zielgruppe und Motivation: Für wen es gedacht ist

Diese fünf Relationen beschreiben, wer das Produkt braucht, wer es kauft und warum:

  • used_for_aud: die definierte Zielgruppe. Beim Blutdruckmessgerät: Hypertoniker, Senioren, Schwangere mit erhöhtem Blutdruck-Risiko. Diese Relation beantwortet die Frage: Für wen ist das Produkt explizit entwickelt?
  • used_by: wer das Produkt im Alltag kauft und nutzt. Oft aus Rezensionsdaten abgeleitet. Beim Blutdruckmessgerät: Patienten selbst, pflegende Angehörige, gesundheitsbewusste Erwachsene ab 40. Der Unterschied zu used_for_aud: Dort steht, für wen es gedacht ist. Hier steht, wer es in der Praxis nutzt – manchmal eine ganz andere Gruppe.
  • x_interested_in: Interessen und Affinitäten der Zielgruppe, die über das Produkt hinausgehen. Beim Blutdruckmessgerät: Gesundheitsvorsorge, Fitness-Tracking, Telemedizin. Diese Relation hilft COSMO bei Anfragen wie „Gesundheitsprodukte für zuhause“, auch wenn das Wort „Blutdruckmessgerät“ nicht vorkommt.
  • x_is_a: Eigenschaften der Zielgruppe. Beim Blutdruckmessgerät: gesundheitsbewusst, vorsorgeorientiert, eventuell chronisch krank. COSMO nutzt diese Meta-Information, um Zielgruppen-Cluster zu bilden und Produkte übergreifend zu verknüpfen.
  • x_want: was die Zielgruppe erreichen will, übergeordnete Ziele und Bedürfnisse. Beim Blutdruckmessgerät: Gesundheit eigenständig überwachen, Arztbesuche vorbereiten, Medikamentenwirkung kontrollieren. Diese Relation ist besonders wertvoll bei Suchanfragen, die ein Ziel formulieren statt ein Produkt zu benennen.

Kontext und Situation: Wann und wo es eingesetzt wird

Diese vier Relationen beschreiben die Umstände, unter denen dein Produkt gebraucht wird:

  • used_in_loc: der Einsatzort. Beim Blutdruckmessgerät: Zuhause, unterwegs (Reise-Blutdruckmessgerät), in der Arztpraxis. Ein Listing, das „kompakt und leicht für unterwegs“ erwähnt, bedient diese Relation aktiv.
  • used_for_eve: der Anlass oder die Aktivität. Beim Blutdruckmessgerät: Routinemessung morgens und abends, Kontrolle vor dem Arztbesuch, Überwachung nach Medikamentenumstellung. Wenn dein Listing solche Anlässe benennt, kann COSMO dein Produkt bei situationsbezogenen Anfragen ausspielen.
  • used_on: Oberfläche oder Material, auf dem das Produkt eingesetzt wird. Diese Relation ist stärker bei Produkten wie Farben (auf Holz), Cremes (auf Haut) oder Werkzeugen (auf Metall). Beim Blutdruckmessgerät ist sie weniger zentral. Nicht jede der 15 Relationen ist für jedes Produkt gleich relevant. COSMO gewichtet automatisch, welche Relationen für eine Produktkategorie typisch sind.
  • used_in_body: die Körperstelle, vor allem relevant für Kosmetik, Medizinprodukte und Wearables. Beim Blutdruckmessgerät: Oberarm oder Handgelenk. Diese Information ist entscheidend für die Differenzierung: „Oberarm-Blutdruckmessgerät“ und „Handgelenk-Blutdruckmessgerät“ sind für COSMO zwei verschiedene Produkttypen.

Praxisbeispiel: Wie COSMO eine natürlichsprachliche Suchanfrage auflöst

Ein konkretes Fallbeispiel macht den Mechanismus greifbarer. Nehmen wir die Suchanfrage: „Blutdruckmessgerät für meine Eltern, einfach zu bedienen“. Diese Suche lässt sich auf Amazon.de nachstellen. Die Ergebnisse zeigen, wie COSMO arbeitet.

amazon-cosmo-praxisbeispiel-suchanfrage-relationen
Abb. 4: COSMO in Aktion: Eine natürlichsprachliche Suchanfrage wird in einzelne Relationen zerlegt und gegen den Wissensgraphen abgeglichen. Quelle: Valuezon / Eigene Darstellung

COSMO zerlegt diese Anfrage in mehrere Relationen:

  • is_a: Blutdruckmessgerät
  • used_for_aud: Senioren (abgeleitet aus „meine Eltern“)
  • capable_of: einfache Bedienung (Einknopfbedienung, großes Display)
  • used_as: Geschenk (abgeleitet aus „für meine Eltern“)
  • used_in_loc: Zuhause (impliziert durch den Kontext)

Das System gleicht diese Relationen gegen den Wissensgraphen ab. Ein Oberarm-Blutdruckmessgerät mit Einknopfbedienung, großem Display und Arrhythmie-Erkennung, das in Rezensionen häufig als „für meine Mutter gekauft“ oder „super einfach für Senioren“ erwähnt wird, deckt alle fünf Relationen ab. Es wird gegenüber einem technisch identischen Produkt ohne diese Kontextinformationen bevorzugt ausgespielt.

Das Ergebnis klingt trivial, ist es aber nicht: Zwei Blutdruckmessgeräte mit identischen Messfunktionen können in COSMOs Wissensgraph völlig unterschiedlich positioniert sein. Der Unterschied liegt nicht im Produkt selbst, sondern in der Qualität der verfügbaren Relationen. Und die steuerst du über dein Listing, deinen A+ Content und (indirekt) über deine Rezensionen.

In den klassischen Suchergebnissen wird übrigens nicht deutlich, warum die Geräte für deine Eltern gut zu benutzen sind. Im Rufus-Chat (jetzt Alexa for Shopping) wird das Ergebnis viel eindeutiger: Es werden jeweils zwei Produkte für drei klar benannte Anforderungen ausgespielt:

  1. Einfachste Bedienung (Ein-Knopf-Bedienung)
  2. Große Displays & Komfort
  3. Bewährte Marken mit hoher Bewertung

Dazu liefert Rufus einen begleitenden Text: „Alle Geräte haben Manschetten für 22–42 cm Armumfang, erkennen Herzrhythmusstörungen und sind klinisch validiert. Die Beurer- und Braun-Modelle sind besonders nutzerfreundlich gestaltet. Welche Funktionen sind deinen Eltern besonders wichtig: große Zahlen, einfache Bedienung oder App-Anbindung?“

Grenzen von COSMO: Wo das System an seine Daten gebunden ist

COSMO ist datengetrieben und damit an die verfügbaren Datenpunkte gebunden. Enthält dein Listing keine Informationen über Anwendungsszenarien und liefern die Rezensionen keine Hinweise, bleibt die entsprechende Relation im Wissensgraphen leer. Leer heißt: unsichtbar für die Suchanfragen, die genau diese Relation adressieren.

Neue Produktkategorien sind im Wissensgraphen entsprechend unterrepräsentiert. Nischenprodukte mit wenig Kaufdaten haben es schwerer, weil COSMO weniger Signale zur Verfügung hat.

vergleich-keyword-suche-versus-cosmo-wissensgraph
Abb. 5: Von Keyword-Matching zu semantischen Relationen: Der Wechsel hat spürbare Auswirkungen auf Listing-Strategie und Sichtbarkeit. Quelle: Valuezon / Eigene Darstellung

Ein Punkt, den viele übersehen: Wenn Listing-Informationen und Kundenwahrnehmung auseinandergehen, gewinnt bei COSMO die Kundensicht. Rezensionen gelten als „Ground Truth“. Schreibst du in deinem Listing „für Profis“, aber Rezensionen sagen immer wieder „gut für Einsteiger“, wird COSMO dein Produkt der Einsteiger-Zielgruppe zuordnen. Egal, was du kommunizierst.

Drei Schwachstellen, die Sichtbarkeit kosten

  1. Leere Relationen: Dein Listing adressiert gewisse Relationen gar nicht. Wenn du zum Beispiel keine Anwendungsszenarien beschreibst und auch die Rezensionen zu deinem Produkt dahingehend keinen Aufschluss geben, kann COSMO keine Kontext-Relationen bilden, und dein Angebot ist bei kontextbezogenen Suchanfragen unsichtbar.
  2. Widersprüchliche Signale: Dein Produktangebot und die dazugehörigen Kundenrezensionen erzählen verschiedene Geschichten. COSMO folgt den Rezensionen und nimmt die Widersprüchlichkeit wahr, d.h. deine Positionierung wird unterlaufen.
  3. Fehlende Kontextdimensionen: Dein Listing ist bei den Kernfunktionen gut aufgestellt, deckt aber andere relevante Dimensionen nicht ab. Das bedeutet nicht, dass du versuchst, „alles für alle“ zu sein. Im Gegenteil: Bleibe klar in deiner Positionierung, aber kommuniziere auch die Kontexte, die zu deiner Zielgruppe passen. Ein Blutdruckmessgerät für Senioren sollte nicht nur die Messfunktion beschreiben, sondern auch den Einsatzort (Zuhause), den Anlass (Routinemessung morgens und abends) und die Komplementärprodukte (XL-Manschette, Aufbewahrungstasche) benennen. Jede fehlende Dimension ist eine verpasste Ausspielung bei entsprechenden Suchanfragen.

Fünf Ansatzpunkte für dein Listing: COSMO-Optimierung in der Praxis

  • Jede der 15 Relationen ist ein Ansatzpunkt, den du im Listing aktiv steuern kannst
  • A+ Content bietet den größten Gestaltungsspielraum für Kontext- und Zielgruppen-Relationen. Eine Analyse von über 1.300 Rufus-empfohlenen Produkten zeigt: 87 % davon haben A+ oder A+ Premium Content (Amalytix, 2026)
  • Rezensionen bestimmen, was COSMO als „Wahrheit“ betrachtet
  • Konsistenz über alle Touchpoints ist dabei unverzichtbar

Du kannst aktiv steuern, wie COSMO dein Produkt im Wissensgraphen positioniert. Diese fünf Stellschrauben bringen am meisten:

  1. Systematischer Relationen-Check: Gehe jede der 15 Relationen durch und prüfe: Findet COSMO diese Information in deinem Listing, sei es im Titel, in Bullet Points, in der Beschreibung oder im A+ Content?
  2. A+ Content als Relationen-Treiber: Infografiken, Vergleichstabellen und Anwendungsszenarien, für die häufig nur im A+ Content Raum ist, füttern die Kontext- und Zielgruppen-Relationen.
  3. Rezensionen-Monitoring mit Relationen-Brille: Schau dir an, welche Relationen deine Kunden in Rezensionen bedienen. Stimmt das mit deiner Listing-Strategie überein? Wo entstehen Lücken, wo Widersprüche? Wie musst du ggf. das Produkt oder dessen Positionierung anpassen, um eine Konsistenz zwischen Erwartungen und Leistung sicherzustellen?
  4. Konsistenz über alle Touchpoints: Titel, Bullet Points, Beschreibung, A+ Content und Backend-Keywords müssen dieselbe Story erzählen. Wenn sich die Signale widersprechen, verwässert das das Profil deines Produktes im Wissensgraphen.
  5. Visuelle Informationsträger: Lifestyle-Bilder und Infografiken transportieren Relationen, die Text allein nicht leisten kann. Anwendungskontexte, Zielgruppen-Signale, Einsatzorte: all das geht auch ohne Bullet-Point. Für unser Blutdruckmessgerät: Ein Bild, das einen älteren Menschen beim Messen am Frühstückstisch zeigt, bedient gleichzeitig used_for_aud, used_in_loc und used_for_eve.

Im nächsten Artikel zeigen wir, wie Amazons KI-Assistent Rufus (inzwischen offiziell „Alexa for Shopping“) die COSMO-Daten nutzt und welche zusätzlichen Faktoren für die konversationelle KI-Empfehlung eine Rolle spielen.

Kostenlose AI-Readiness Analyse: Wie steht dein Listing im COSMO-Wissensgraph? Mit dem Boost^AI Score erhältst du eine detaillierte Analyse anhand von 25 COSMO- und Rufus-Faktoren, inklusive priorisierter Handlungsempfehlungen. Jetzt kostenlos für eine ASIN anfordern.

CTA Rufus Analyse v2

Häufige Fragen zu Amazon COSMO (FAQ)

Was ist Amazon COSMO und welche Rolle spielt es für die Produktsuche?

Amazon COSMO (Common Sense Knowledge Generation and Serving System) baut einen Wissensgraphen mit 6,3 Millionen Knoten und 29 Millionen Verbindungen auf. Das System extrahiert über Large Language Models strukturiertes Produktwissen aus Kundendaten und Listing-Inhalten und validiert die Ergebnisse durch menschliche Prüfer nach Plausibilität und Repräsentativität. In einem Test mit 10 % des US-Traffics erzielte COSMO eine 0,7 % relative Umsatzsteigerung. Bei Amazons Volumen entspricht das mehreren hundert Millionen Dollar jährlich.

Wie unterscheidet sich COSMO vom A10-Algorithmus?

A10 rankt Produkte primär über Keyword-Matching und Sales Velocity. COSMO arbeitet auf einer anderen Ebene: Es modelliert semantische Beziehungen zwischen Produkten, Zielgruppen und Kaufkontexten. Eine Suchanfrage wie „Blutdruckmessgerät für meine Eltern, einfach zu bedienen“ wird nicht als Keyword-String abgeglichen, sondern in typisierte Relationen zerlegt und gegen den Wissensgraphen geprüft.

Welche Auswirkungen haben die 15 COSMO-Relationen auf die Listing-Sichtbarkeit?

Jede Relation ist ein potenzieller Matching-Punkt zwischen Suchanfrage und Produkt. Listings, die mehr passende Relationen abdecken, werden bei natürlichsprachlichen Suchanfragen und KI-Empfehlungen (Rufus) häufiger ausgespielt. Fehlende Relationen bedeuten: Für bestimmte Suchanfragen existiert dein Produkt im Wissensgraphen nicht.

Was ist der wirksamste Ansatz zur COSMO-Optimierung?

Den größten Gestaltungsspielraum bietet der A+ Content: Anwendungsszenarien, Zielgruppen-Visualisierungen und Kontextinformationen füttern die COSMO-Relationen unmittelbar. Eine Analyse von über 1.300 Rufus-empfohlenen Produkten zeigt, dass 87 % A+ oder A+ Premium Content haben (Amalytix, 2026). Parallel dazu ist die Konsistenz zwischen Listing-Inhalten und Kundenrezensionen wichtig. COSMO behandelt Rezensionen als primäre Datenquelle und priorisiert sie bei Widersprüchen.

Wie hängen Amazon COSMO und Rufus zusammen?

COSMO liefert den strukturierten Wissensgraphen, Rufus nutzt ihn für konversationelle Produktempfehlungen. Seit Mai 2026 firmiert Rufus auf der Amazon-Oberfläche unter dem Namen „Alexa for Shopping“. Die zugrunde liegende Technologie bleibt dieselbe, der Markenname auf der Oberfläche ändert sich. Über 250 Millionen Kunden haben Rufus genutzt, und Kunden, die Rufus nutzen, kaufen mit 60 % höherer Wahrscheinlichkeit. Wer für COSMO optimiert, verbessert damit auch die Ausspielungswahrscheinlichkeit durch Rufus (und damit Alexa for Shopping).

Quellen

  • COSMO: A large-scale e-commerce common sense knowledge generation and serving system at Amazon – Amazon Science
  • COSMO: A Large-Scale E-commerce Common Sense Knowledge Generation and Serving System at Amazon – Yu et al., ACM SIGMOD 2024
  • Building commonsense knowledge graphs to aid product recommendation – Amazon Science Blog
  • Amazon Rufus Study: 1,300+ Products Reveal AI Recommendation Patterns – Amalytix, 2024
  • Amazon’s latest AI Algorithm COSMO, and what it means for Amazon Search – Ecomtent
  • COSMO: Amazon’s AI-Driven Search Algorithm – VML
  • Amazon Rufus – AI Shopping Assistant – About Amazon
  • Meet Alexa for Shopping, your personalized, agentic AI assistant on Amazon – About Amazon (13. Mai 2026)

Sichere dir deine kostenlose
Erstberatung mit unseren Experten!

In einem kostenlosen Erstgespräch analysieren wir dein Amazon-Potenzial und zeigen dir, wie du mehr Sichtbarkeit, mehr Verkäufe und mehr Profit erzielst.

Jetzt anfragen
Portrait von Benno Köber, Head of Sales von Valuezon

Hat dir der Beitrag gefallen?

How useful was this post?

Click on a star to rate it!

Average rating 5 / 5. Vote count: 1

No votes so far! Be the first to rate this post.